Seekrankheit

Zum Glück sind nicht alle Passagiere anfällig für Seekrankheit. 
Für einige stellt es jedoch einen sehr unschönen Teil der Reise dar. 
Zum Glück kann man präventiv  einiges dagegen unternehmen und für den Notfall, gibt es auch ein paar Tipps. 

Es klingt paradox, aber wer mir schon länger folgt weiß genau: ich bin sehr anfällig für Seekrankheit! Wie? Ich als Kreuzfahrtliebhaberin komme mit dem Wellengang nicht zurecht?  Wie passt das denn zusammen? Nun – eigentlich gar nicht. Und dennoch ist es ganz einfach: Bei starkem Wellengang bekomme ich Probleme. Meine Liebe für Kreuzfahrterlebnisse schmälert dieser Umstand aber kein Stück. Im Gegenteil, Not macht erfinderisch und mich vor allem neugierig. 

Da ich mir sicher bin, dass unter meinen Abonnenten einige auch mit mehr oder weniger starken Ausprägungen von Seekrankheit zu kämpfen haben, bin ich davon überzeugt, euch mit meinen Tipps ein paar wertvolle Ratschläge geben zu können.
So wird eure nächste Ozeanreise noch angenehmer als ohnehin schon. 

Wir packen das Seekrankheitsmonster also präventiv an!


Was ist Seekrankheit? 

Die Lage unseres Körpers und die Wahrnehmung der Augen passen auf See bei Wellengang nicht mehr zusammen und sind sogar widersprüchlich – hieraus resultiert bei einigen Menschen dann: Seekrankheit

Typische Symptome sind:

  • Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Zittern und Schwitzen, Hitzewallungen
  • Blässe
  • Appetitverlust
  • Übelkeit und Erbrechen


Seekrankheit vermeiden 

Um Seekrankheit von Vornherein so gut es geht zu vermeiden, solltest du präventiv handeln. 


Die Schiffsauwahl 

Große, moderne Kreuzfahrtschiffe liegen ruhiger im Wasser und sind mit speziellen Stabilisatoren ausgestattet, die das Schaukeln eindämpfen. 

Es macht also durchaus Sinn, nicht direkt mit dem kleinsten Schiff zu starten. 

Die Route

Wähle deine Reiseroute mit Bedacht. 

Es macht durchaus Sinn, sich nicht direkt auf eine „wilde“ Transreise quer über den Atlantik zu begeben, wenn man anfällig für Seekrankheit ist. 

Außerdem ist es zwar so, dass man nie drin steckt und überall stärkeren oder eben auch ruhigeren Wellengang antreffen kann, jedoch einige Routen wie z.B. Norwegen eben genau dafür bekannt sind, eine eher rauere See zu haben. 

Diese Routen sollte man vielleicht erstmal meiden und ein Gefühl dafür bekommen, wie man mit Seekrankheit umgeht und ob man überhaupt betroffen ist. 

Meiner Erfahrung nach, sind die Nordsee und das Mittelmeer z.B. öfters unruhig, als das Karibische Meer oder der Persische Golf.

 

Die Kabinenwahl & der Aufenthaltsort

Nimm am Besten keine Kabine die ganz vorne liegt, denn dort schaukelt es am meisten. 

Auch weit hinten spürt man den Seegang etwas stärker. 

Am ruhigsten ist es mittig vom Schiff und weiter unten. 

Eine Kabine mit Fenster oder gar Balkon sorgt für einen freien Blick auf den Horizont, auf den man sich am besten fixiert. 

Kleiner Tipp für eine Innenkabine, wenn man gerade keinen freien Blick auf den Horizont hat: Wasserflasche halb gefüllt hinlegen und auf das Wasser darin achten, denn es passt sich dem Schaukeln des Schiffes an. 
 

Als nächstes geht es um den besten Aufenthaltsort bei aufkommender Seekrankheit. 

Generell hilft es natürlich, sich an der frischen Luft aufzuhalten und viel Zeit an Deck zu verbringen. 

 

Ich habe noch einen Tipp, von dem ih sicher noch nichts gehört habt. 
Wenn bei mir leichte Seekrankheit aufkommt und ich spreche hier wirklich von LEICHT, dann gehe ich in den Pool. Ich habe das Gefühl, das Schaukeln im Pool überhaupt nicht zu bemerken. 

Genauso gefällt es mir persönlich übrigens auch, mich in die Hängematte auf den Balkon zu legen. Hier habe ich das Gefühl, dass es sich irgendwie einschaukelt. 

 

Wenn es schlimmer werden sollte, solltest du dich, unabhängig von der Lage deiner Kabine, weit unten und mittig aufhalten. 
Zum Beispiel auf einem der Sofas unten im Theatrium. 

 

Wenn es dich  schlimmer erwischen sollte, ist der beste Aufenthaltsort meiner Meinung nach ein dunkler, kühler Raum. 

Leg dich in deine abgedunkelte Kabine und sorge mit der Klimaanlage für angenehme Kühle. 

Das Essen & der Histamingehalt

Bei Seekrankheit ist den meisten Leuten nicht nach Essen zumute. 

Es ist aber wichtig zu essen und das am besten verteilt über mehrere kleine Portionen. Wenn der Bauch etwas zum Verarbeiten hat (und damit meine ich nicht sich komplett vollzustopfen), geht es einem deutlich besser als mit leerem Magen. 

Was genau du essen möchtest, musst du natürlich selbst entscheiden. 

Ich persönlich esse zum Beispiel nicht zu fettig oder scharf, überfordere meinen Magen also nicht unnötig, wenn es mir sowieso schon nicht gut geht. 

 

Wenn du mit stärkeren Symptomen zu kämpfen hast, beachte bitte folgendes: 

Bei Seekrankheit steigt der Histamingehalt im Körper. 

Übelkeit und Schwindel verschwinden dann, wenn der Histaminspiegel im Blut sinkt. 

Der Histamingehalt im Körper sinkt beispielsweise durch Schlaf oder notfalls durch Antihistaminika, wozu wir aber später kommen. 

Ich empfehle daher, keine Lebensmittel zu verzehren, die Histamin enthalten oder im Körper freisetzen. 

Den Körper mit zusätzlichem Histamin zu belasten macht an dieser Stelle wirklich keinen Sinn. Hier sollte man lieber auf Vitamin C setzen, das dazu beiträgt, den Histaminspiegel zu senken. 

Entsprechende Tabellen zu den passenden Lebensmitteln findet ihr zu genüge im Internet. 

 

Ein Lebensmittel, das generell gegen Übelkeit helfen kann, ist Ingwer. 

Und dementsprechend kann er auch an Bord nicht schaden. 

Du kannst also durchaus mal versuchen Ingwer entweder zu kauen, Ingwerkapseln testen oder zumindest Ingwertee zu trinken. Schaden wird es nicht. 


Retter in der Not: Reisemedikamente

Wenn du dazu neigst seekrank zu werden, packe dir unbedingt vorher Reisetabletten ein. Solltest du nicht daran gedacht haben, bekommst du sie auch an der Rezeption und beim Schiffsarzt. 

Medikamente gegen Reiseübelkeit sind in der Regel Antihistaminika und enthalten meistens Dimenhydrinat.

Dies blockiert im Gehirn die Rezeptoren für Histamin, was den histamininduzierten Brechreflex hemmt und so gegen Übelkeit und Erbrechen hilft. 

Reisemedikamente gibt es beispielsweisen in Form von Schmelz- Kau-, klassischen Tabletten, Dragees oder Zäpfchen. 

Welches Medikament für den Notfall am besten für dich geeignet ist, erfragst du bitte beim eurem Arzt oder Apotheker. 

Weitere Tipps 

Es gibt noch deutlich mehr Tipps gegen Seekrankheit. 

Zum Beispiel spezielle Pflaster, Akupressurbänder oder sogar Fingeryoga. 

Diese Methoden kannst du natürlich auch gerne mal googeln. 

Nicht alles hilft bei allen Personen gleich gut und deshalb muss man sich am Ende selbst ein bisschen ausprobieren. 

Das, was ich mit dir teile, sind die Dinge, die mir selbst wirklich helfen. 

 

Ganz wichtig zum Schluss ist es für mich zu sagen: 

Habe keine Angst und steigere dich nicht rein. 

In der Regel gewöhnt man sich nach 2,3 Tagen sowieso an den Seegang, wenn man überhaupt Probleme damit hat. 

Die Psyche spielt wie bei allem auch bei diesem Thema eine nicht zu unterschätzende Rolle. 

Denkt man ständig an Erbrechen und schwankende Schiffe, und macht sich bei jedem Schaukeln und auch vorher schon komplett verrückt, dann wird man wahrscheinlich wirklich seekrank. 

Entspanne dich, lenke dich ab, höre beispielsweise bei leichter Seekrankheit ein Hörbuch.

Du hast Tipps und Medikamente in der Hinterhand und für Notfall gibt es ja außerdem noch einen Schiffsarzt an Bord.